Arianes Auszeit

Die Klementalm und ich?
Man könnte sagen: Liebe auf den 1. Blick! 
Auf den 2. erst recht. 😉

Als ich die Auszeithütte im Internet entdeckt habe, wusste ich: Das ist es! Nach einem Telefonat mit Elfriede war die Entscheidung klar. Bali, zuerst noch hoch im Kurs, konnte baden gehen. Ich fahr‘ auf die Alm! 

Auf einer Hütte sitzen und schauen. Dieses Bild hatte ich seit Ewigkeiten im Kopf und nun endlich umgesetzt. Für knapp 2 1/2 Wochen sollte die Klementalm mein Zuhause sein. 

Raus aus dem Alltag ist das Motto der Auszeithütte und war es gleichermaßen für meine Zeit hier. An diesem Ort und in dieser Gegend hat der Alltag gar keinen Platz. Er schaltet sich quasi von alleine aus. 

Apropos alleine: Elfriedes erste Frage war, ob ich ganz alleine kommen wollte und wie ich mir das vorstellte? Viele Freunde haben mich dasselbe gefragt: Was machst du da oben, ganz allein!? Tja, das wusste ich zu dem Zeitpunkt auch noch nicht so genau. Nur, dass ich unbedingt hinwollte. 
Gesagt, getan. Na, gut, es gab vielleicht noch ein paar kleine Zweifel, aber das gehört bei mir bei so etwas dazu. 🙂 

Mein „Alltag“ auf der Klementalm sah ungefähr so aus: 

Aufstehen – beim Fenster rausschauen und mich freuen (manchmal sogar sofort ins warme Gewand hüpfen und die gute Luft einatmen) – einheizen – eine Runde meditieren (meistens… 😊) – der Sonne beim Aufgehen zuschauen – Frühstück am tollen Ofen kochen – Frühstück essen – wandern und spazieren gehen – Musik hören – stricken – in der top angelegten Küche kochen (meine selbstgemachten Topfennockerl waren übrigens sehr gut 😋!!) –  Kaffee trinken und Kuchen essen – die Abendstimmung und letzte Sonnenstrahlen auf der Weide aufsaugen – den gigantischen Sonnenuntergang (täglich!!) und sternenbeladenen Himmel bewundern – oft einfach mal beim Fenster rausschauen oder auf der Terrasse sitzen und die herrliche Weite genießen. Eben sitzen und schauen. 

Neben sitzen und schauen kann man von hier aus schöne Wanderungen oder auch kürzere Spaziergänge machen. Einfach rein in die Wanderschuhe und los ging’s – ohne viel zu überlegen. 

Manchmal noch vorm Frühstück, auf jeden Fall danach und dann noch fast jeden Abend zumindest über die Weide bis zum Waldrand, um die herrliche Aussicht zu genießen. Ein Bild und Gefühl, das ich nach Wien mitgenommen habe und immer wieder auspacke. 

Die Wanderung zum Hebalmsee und der See selbst sind auf jeden Fall einen Ausflug wert. Besonders, nachdem es über Nacht geschneit hat und man durch den Wald im unberührten Neuschnee stapft. Am Weg dorthin lohnt sich ein Ausflug in die Gifthüttn’. Es gibt dort gute selbstgemachte Mehlspeisen.

Sehr gut ist mir der gemeinsame Spaziergang mit Elfriede, ihrer Tochter und den 3 Enkelkindern zu den 7 Buchen in Erinnerung (Schneeengel inklusive!). 

Ebenfalls die persönliche „Führung“ mit Elfriede und Willi durchs Jagdgebiet über die Köhlerquelle zum Klementkogel. Kraftplatz hin oder her. Es ist ein absolut schöner Ort. Dort oben steht man direkt an der Grenze zur Steiermark und kann bis zum Schöckl, dem Grazer Hausberg und zur Hebalm sehen. Ein Traum! 

Langweilig war mir keine Sekunde. Alleine oder einsam habe ich mich auch nicht gefühlt. Bloß ein wenig Angst hatte ich am Anfang in der Dunkelheit so ganz alleine auf der Alm. Das war meinen Freunden klar, sie haben es mir nur nicht gesagt und ich hatte es überraschenderweise bei der Planung völlig ausgeblendet. Zum Glück!! 😊
Nach ein paar Gesprächen mit Freunden (auch Übersee! Dank Zeitverschiebung waren die in meiner Nacht nämlich wach) und kleinen „strategischen Maßnahmen“ war alles gut und mir wieder bewusst, dass das genau der Ort war, wo ich sein wollte. 
Der Vollmond hat auch das Seinige beitragen und mein Zimmer heller gemacht 🙂 
Die Angst war völlig unbegründet, aber so ist das halt mit Ängsten… Am Ende bin ich sogar am Abend bzw. in der Nacht alleine raus. 

So eine dunkle Nacht hat ja den Vorteil, dass die Sterne (und sogar die Milchstrasse) genial vom Himmel leuchten und man unzählige davon ganz klar sehen kann. Gleich am ersten Abend und später zum Vollmond war der Sternenhimmel besonders beeindruckend. Ein echtes Geschenk und eine weitere Bestätigung meiner Entscheidung hier Zeit zu verbringen. Nahezu jeden Morgen und jeden Abend gab’s diese besondere Stimmung und ich war fasziniert von den Farben und Wolkenkonstellationen am Himmel. (Viele davon habe ich festgehalten. Ich konnte gar nicht anders. Gut, dass ich auch noch einen „echten“ Fotoapparat und nicht nur ein Handy dabeihatte.) 

Ein großes DANKE an Familie Kreuzer für diesen schönen Ort und die herzliche und familiäre Betreuung! 

Ihr seid tolle Gastgeber und ich komme definitiv wieder. 

Ein paar Impressionen von meiner unvergesslichen Zeit hier …

Fotocredits: Ariane Kabengi 

Kommentare (2)

  • Liebe Ariane, da möchte ich auch einmal hin. Dein liebevoller Bericht macht Lust auf Auszeit, und die Topfennockerln schauen auf Haubenniveau aus. Sicher ein guter Ort, um sich selbst besser kennen zu lernen, denn die „Einsamkeit“ birgt viele geheime Schätze, die man erst dann entdecken kann.
    Die in den Fotos festgehaltenen Stimmungen sagen einfach alles.

    LG

  • Liebe Ariane,
    da kann ich Karlheinz nur Recht geben. Wenn man Deinen Bericht liest, möchte man gleich packen und auf die Hütt’n 😊
    Der richtige Ort um eins mit sich zu werden.
    LG

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